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“‘All the people I like are those that are dead’ heißt ein Song der britischen Band Felt, der für eine Weile meine Hymne wurde. Ich fand es erstrebenswert, eine phantomgleiche Erscheinung zu sein, ein bleicher Schatten meiner Zeit, die lärmend verstrich und keine Notiz von mir nahm, und ich stellte mir vor, Gainsborough hätte auch mich gemalt, blutleer lächelnd, mit einer lausigen, notdürftig hingerückten, irgendwie aber verrückten Perücke …”

Mirko Bonné wünscht sich bei seinen wachen Streifzügen durch die Welt die drei Augenpaare des Höllenhundes Zerberus: Ihm möge nichts entgehen. Erinnerung, Wahrnehmung und betrachtende Reflexion verbinden sich in den Texten seines Buches Ausflug mit dem Zerberus (Schöffling & Co) zu dichten Beschreibungen. Mal führt das Erlebnis einer Landschaft zurück in erinnerte Literatur und mal ins eigene, das Gesehene modellhaft verknappende Gedicht, denn unterwegs auf den Spuren von Trakl, Sebald, Camus und Whitman erzählt der Autor auch von der Entstehung seiner eigenen lyrischen Werke.

Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen der Lyrik von u.a. John Keats, E. E. Cummings, William Butler Yeats und Robert Creeley veröffentlichte er die Romane DER JUNGE FORDT (1999), EIN LANGSAMER STURZ (2002), DER EISKALTE HIMMEL (2006) und WIE WIR VERSCHWINDEN (2009) sowie vier Gedichtbände, zuletzt DIE REPUBLIK DER SILBERFISCHE (2008).

Einführung: Ernest Wichner.

 

© Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH, Frankfurt am Main 2010

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