Archiv - Insert Female Artist
(c) Lisa Heldmann

Das Archiv Auflesen I Vortrag beim Insert Female Artist Festival

Wer gelangt auf welchem Weg in das Gedächtnis einer Stadt und wie wird man als Frau – als Autorin, als Politikerin oder als Ehefrau des Oberbürgermeisters – darin aufgenommen? Und einmal angenommen ein kulturelles Gedächtnis kollabiert, etwa in Form eines Archivs – wie gestaltet sich der Wiederaufbau? Welche Neuordnung des geborgenen Archivguts findet statt, oder bleibt die Ordnung nach dem Wiederaufbau die alte?  

Das Historische Archiv der Stadt Köln ist vor nun zehn Jahren zusammengebrochen. Die geretteten Archivalien werden im Restaurationszentrum in Köln Porz gereinigt, zusammengeflickt und für den neuen Archivbau vorbereitet. 

Insert Female Artist hat junge Schriftsteller*innen gebeten, das zerstreute Gedächtnis der Stadt Köln ‚aufzulesen‘: Und so haben sich im Vorfeld des Festivals die Autorin Özlem Özgül Dündar und Nachwuchsautor*innen der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) auf den Weg durch die Stadt gemacht – die Einsturzstelle, den Neubau, den Lesesaal am Heumarkt und das Restaurationszentrum in Porz besucht –, um den geborgenen Archivalien literarisch zu folgen. Eine Lesung mit darauffolgendem Gespräch.  

Mit: 

Özlem Özgül Dündar 

 1983 in Solingen geboren, lebt in Leipzig und Solingen, studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Sie schreibt Prosa, szenische Texte, Essays, performt mit ihren Kollektiven Kanak Attak Leipzig sowie dem Ministerium für Mitgefühl und ist als Herausgeberin sowie als Übersetzerin tätig. Sie erhielt zuletzt den Kelag-Preis in Klagenfurt und das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2018. Ihr Gedichtband „gedanken zerren“ (2018) erschien beim Elif Verlag. 

Berit Glanz 

1982 geboren, hat in München, Stockholm und Reykjavík studiert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Skandinavische Literaturen der Universität Greifswald.
Ihre Forschungsscherpunkte sind Medienwandel und Modernisierung im 19. Jahrhundert und digitale Lese- und Schreibverfahren. Sie war Finalistin beim 24. open mike und Teilnehmerin der Textwerkstatt „Kölner Schmiede“. Für einen Auszug aus ihrem Roman Pixeltänzer wurde sie 2017 mit dem Literaturpreis und dem Publikumspreis Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.
Ihr Debütroman Pixeltänzer erscheint im Juli 2019 bei Schöffling. 

Helen Brecht 

studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (Gießen), Performance Dramaturgie (Zagreb) und am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft (Düsseldorf).
Ihre textbasierten künstlerischen Arbeiten orientieren sich an Methoden des künstlerischen Forschen. Lecture Performances zeigte sie u.a. im Mousonturm Frankfurt, dem ArtLab des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik Frankfurt und der Yes-Conference Gießen.
Seit 2016 schreibt sie Texte und Libretti für Kompositionen und Musiktheater (u.a. Beethoven Festival Bonn, Mozarteum Orchester Salzburg). 2017 war Brecht Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes. In wissenschaftlicher Lehrtätigkeit arbeitete sie am Institut für Theaterwissenschaft RUB Bochum. 

Inga Fischer 

Inga Fischer lebt und arbeitet als freie Autorin und Texterin in Köln. 2017 veröffentlichte sie die Biographie der österreichisch-israelischen NS-Zeitzeugin Gerda Eisler Alles, woran ich glaube, ist der Zufall. Eine Jugend in Graz und Tel Aviv (Clio, Graz 2017). Seit 2017 studiert sie an der Kunsthochschule für Medien Köln postgradual den Schwerpunkt Literarisches Schreiben. Hier gibt sie zusammen mit Kommiliton*innen die Anthologie KURZE heraus. In ihren fiktionalen Texten stehen weibliche Figuren im Zentrum, die sich nicht anpassen können oder wollen. 

Jonas Hermanns 

Jonas Hermanns studierte Kunst in Burg Giebichenstein, KHM. Er ist akademischer Maler (ohne Diplom) und Filmemacher (ohne Filmografie). 

Kamala Dubrovnik 

wohnhaft in Köln, Arbeit als freie Autorin, Künstlerin, Musikerin und Sprecherin.
Veröffentlichungen in der Anthologie: FLEXEN. Flaneus*en schreiben Städte (Verbrecher Verlag Berlin, 2019) und im WORD Magazin des Center for Literature (Burg Hülshoff), und in KURZE #1 und KURZE #2 (Anthologie des literarischen Schreibens der Kunsthochschule für Medien Köln)
Gewinnerin des Förderpreises der Kölner Literaturtage 2018.  

 

Kooperationspartner: 

Historisches Archiv der Stadt Köln 

Das Historische Archiv der Stadt Köln ist eines der bedeutendsten europäischen Kommunalarchive, das sich durch die hohe Anzahl bedeutsamer Einzelbestände, ihre Kontinuität und die außergewöhnlich hohe Überlieferungsdichte auszeichnet. 

Kunsthochschule für Medien Köln 

Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), 1990 eröffnet,bietet unter dem Titel „Mediale Künste“ ein anspruchsvolles Projektstudium an, das jedem Studierenden die freie Wahl und individuelle Kombination von künstlerischen Schwerpunkten ermöglicht. 
Seit dem Wintersemester 2017/2018 bietet die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) „Literarisches Schreiben“ als Studienschwerpunkt an.  

Juliana Kálnay 

Juliana Kálnay (*1988) ist Autorin des Romans „Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens“ (Verlag Klaus Wagenbach, 2017), der u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
Seit Herbst 2018 ist sie künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin für Literarisches Schreiben/Literarische Öffentlichkeit an der KHM in Köln. 

Nadja Küchenmeister 

Nadja Küchenmeister, geb. 1981 in Berlin, lebt dort. Studium der Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Sie arbeitet für den Rundfunk, u.a. als Literaturkritikerin, sowie als Hörspiel- und Featureautorin und lehrt/e u.a. am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Mondseer Lyrikpreis, Ulla-Hahn-Autorenpreis, Förderpreis zum Bremer Literaturpreis. Im Verlag Schöffling & Co. erschienen ihre Gedichtbände Alle Lichter (2010) und Unter dem Wacholder (2014). 

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