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Als Franz Kafka das unvollendete Manuskript des Romans «Der Process» seinem engsten Freund Max Brod schenkte, konnte er nicht ahnen, dass dies der Beginn einer langen und verwickelten Geschichte werden sollte: der Geschichte seines Nachlasses, die auch nach beinahe einem Jahrhundert noch immer nicht an ein glückliches Ende gelangt ist.

1939 rettete Brod einen großen Teil von Kafkas Manuskripten nach Palästina, nachdem er sie schon 1924 vor seinem Letzten Willen bewahrt hatte. Mittlerweile sind all diese Texte publiziert, doch die Frage, wem diese Manuskripte, ja Kafka überhaupt, »gehört«, scheint umstrittener denn je. Seit einigen Jahren ist in Israel ein weltweit Aufsehen erregender Gerichtsprozess um den Nachlass von Max Brod und damit wiederum um Kafka-Manuskripte im Gang, der inzwischen in erster Instanz entschieden wurde. Damit tobt ein breiter öffentlicher Disput um Kafka, an dem nicht nur Anwälte und Richter, sondern auch Bibliotheken, Journalisten und Wissenschaftler beteiligt sind.

Der Zürcher Literaturwissenschaftler Andreas Kilcher und der Kafka-Biograph Reiner Stach erläutern und diskutieren die jüngsten Entwicklungen in diesem Konflikt sowie dessen lange Vorgeschichte.

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