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Marie Luise Scherers Werk ist schmal. Sie sei nicht ökonomisch, sagt sie. Sie könne nur weiter schreiben, wenn der voran gegangene Satz ihren Segen habe. "Man träumt das Unmachbare“, sagt sie im Interview mit Friederike Herrmann. „Jeder Satz ist dann eine Kapitulation. Die Frage ist aber: Wann kapituliert man? Allerdings kapituliere ich nie bei der Suche nach einem Wort. Zum Beispiel: Wie riecht Mottenpulver? Nach acht Stunden hatte ich das Wort grämlich."

Beim Deutschen Reporterpreis 2010 gab es ein Vorprogramm mit einem besonderen Gast: Marie-Luise Scherer, die eigentlich sonst nie öffentlich auftritt. Mit Ariel Hauptmeier unterhielt sie sich über "Die Suche nach dem richtigen Wort".

Marie-Luise Scherer, in Saarbrücken geboren, war 24 Jahre lang Autorin beim "Spiegel". Für ihre Reportage „Die Hundegrenze“ wurde sie 1994 mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. Zweimal erhielt sie den Egon Erwin Kisch-Preis. Sie hat zwei Bücher veröffentlicht: „Ungeheurer Alltag“ 1988 bei Rowohlt und „Der Akkordeonspieler“ 2004 im Eichborn Verlag. Sie lebt zurückgezogen in einem Dorf an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.

Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit dem Reporter-Forum: "Das Reporter-Forum ist eine Initiative von Journalisten, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Zeitungen und Zeitschriften Leser verlieren, dass in den Redaktionen weniger Zeit bleibt, über Texte zu reden- dass Journalisten zu wenig um neue journalistische Formen ringen, dass in den digitalen Medien zu selten experimentiert wird. Wir wollen den Qualitätsjournalismus stärken, indem wir ihn verbessern, das Reporter-Forum versteht sich als Selbsthilfegruppe und Zukunftslabor. Wir ringen um den Journalismus in seiner Bedeutung für eine lebendige Demokratie, uns ist klar, dass er sich verändern und neuen Lesegewohnheiten anpassen muss, wir wollen daran mitwirken, den Journalismus von morgen zu entwickeln."

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