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Jáchym Topol, 1962 in Prag als Sohn des Dramatikers Josef Topol geboren, unterzeichnete als Jugendlicher die Charta 77, weshalb er nicht studieren durfte, verweigerte den Militärdienst, wofür das kommunistische Regime ihn in die Psychiatrie steckte, er arbeitete als Heizer, Lagerarbeiter, Kohlenträger, schrieb Gedichte, außerdem Songtexte für Psí vojáci (Hundesoldaten), die inzwischen legendäre Rockband seines jüngeren Bruders Filip – und war ein Star des literarischen wie musikalischen Undergrounds vor 1989. Mit seinem 1994
verfassten ersten Roman Die Schwester (dt. 1998) wurde Jáchym Topol zum international anerkannten Autor. In den neunziger Jahren beschrieb
er in Engel EXIT (1995) die Nachwendezeit als ein groteskes babylonisches Durcheinander. Mit dem Roman Nachtarbeit (2001, dt. 2003) wendete sich Jáchym Topol der tschechischen Nachkriegsgeschichte zu und erzählte von den Erlebnissen zweier Kinder eines Dissidenten, die nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in die Tschechoslowakei im Jahr 1968 von ihrem Vater aufs Land geschickt werden. Dasselbe Thema findet sich auch in seinem jüngsten Roman Zirkuszone (2005, dt. 2007): Hier schildert Jáchym Topol mit der für ihn typischen Mischung aus Realismus und Phantasmagorie die Geschichte des zwölfjährigen Waisen
Ilja, der die tschechische Nachkriegsepoche von den Vertreibungen des Jahres 1945 bis zum Prager Frühling 1968 im Zeitraffer erlebt – und erweist sich einmal mehr als ein großer Sprachkünstler und Meister im Vermischen der Zeiten, Systeme und Geschichten.

Moderation: Christoph Bartmann

Jáchym Topol liest aus Zirkuszone sowie aus seinem jüngsten Roman Die Teufelswerkstatt (Ďáblova dílna), den er soeben in Berlin fertiggestellt hat.

Übersetzung: Christina Frankenberg
Lesung der deutschen Übersetzung: Katharina Narbutovic

Mit freundlicher Genehmigung von Jáchym Topol, des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und des Suhrkamp Verlags.

 

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