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Am 30. Januar fand im Übel & Gefährlich zum sechsten Mal die HAM.LIT statt. Lucy Fricke und Jan Lafazanoglu präsentierten ein umfangreiches Programm. Vom Roman über Lyrik und Erzählung bis zu experimenteller Prosa und zurück, waren alle schriftstellerischen Sparten vertreten.
Auf drei Bühnen lasen jeweils halbstündig 15 verschiedene Autorinnen und Autoren. Neben bereits preisgekrönten Schriftstellerinnen und Schriftsteller, waren ebenfalls junge Kolleginnen und Kollegen vertreten, deren Debuts erst noch bevorstehen. Litradio.net hat die Veranstaltung begleitet und präsentiert die Lesungen in voller Länge*.

Moderiert wurde der Abend von Alexander Gumz, Ella Carina Werner und Daniel Beskos.

*auf Grund von nicht erteilten Lizenzierungen sind die Beiträge von Kirsten Fuchs, Nino Haratischwili, Kristof Magnusson, Ulrike Syha, Dirk Laucke, Karen Köhler und Verena Güntner gar nicht oder nicht vollständig abrufbar.

© Boris Laewen

© Boris Laewen

Carolin Callies, *1980 in Mannheim. Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag, Studium der Germanistik und Medienwissenschaft. Anschließend Programmassistenz im Literaturhaus Frankfurt, aktuell Lesungsorganisation beim Verlag Schöffling & Co. Carolin Callies lebt in Ladenburg zwischen Mannheim und Heidelberg.

Druckfrisch ist der Debütband von Carolin Callies. FÜNF SINNE & NUR EIN BESTECKKASTEN heißt er, und schon der Titel hat uns begeistert.
Die Kunst, schrieb Gottfried Benn, verdankt sich dem Körper. Callies seziert, in Benn’scher Drastik und gleichzeitig in drastischer Komik, die Körper, bis von der Oberfläche nichts mehr übrig bleibt. Ihr Dichterkollege Mirko Bonné sagt: »Die Gedichte von Carolin Callies sind neu und anders, von fruchtbaren Zweifeln und verblüffendem Witz getragen.«
Eine Lyrikpremiere, auf die wir uns über die Maßen freuen!

Veröffentlichungen
FÜNF SINNE & NUR EIN BESTECKKASTEN, Gedichte, Schöffling Verlag, Frankfurt, 2015

Texte in verschiedenen Literaturmagazinen, u.a. Bella triste, Neue Rundschau, POET, Allmende,  und Anthologien, zuletzt im Jahrbuch der Lyrik 2013 und Lyrik Taschenkalender 2015

 

© Boris Laewen

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Jens Eisel, *1980 in Neunkirchen/Saar. Nach einer Schlosserausbildung arbeitete er unter anderem als Lagerarbeiter, Hausmeister und Pfleger. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und lebt in Hamburg.

Die Geschichten von Jens Eisel sind geschliffen, reduziert auf Wahrhaftigkeit. Hamburg ist hier ganz die alte Hafenstadt, mit allem, was wir damit verbinden: Sehnsucht, Melancholie, Suff. Ein Buch, wie eine Nacht am Tresen.
»In Eisels Stories liegt eine Nähe zu den Männern, die er durch ein sensationelles Timing erreicht. Er weiß, wann er den Punch setzen muss, wann ein Satz ins Moll zu kippen hat.« (Märkische Allgemeine)

Veröffentlichungen
HAFENLICHTER, Stories, Piper Verlag, München, 2014.
Auch als Hörbuch erschienen, gelesen von August Diehl.

Auszeichnungen
2013 Preisträger open mike – Internationaler Wettbewerb für junge deutschsprachige Literatur

 

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Lucy Fricke wurde in Hamburg geboren. Viele Jahre hat sie beim Film gearbeitet. Zuerst als Cutterassistentin, später als script/continuity für verschiedene Filmproduktionen wie „Kurz und schmerzlos“, „Absolute Giganten“ und “Im Juli”.
2003 ging sie ans Leipziger Literaturinstitut, wo sie Prosa und Dramatik studierte. In dieser Zeit organisierte sie gemeinsam mit Kommilitonen die erste Lange Leipziger Lesenacht, und gab zwei Jahrgänge der hauseigenen Anthologie „Tippgemeinschaft“ heraus.Ihr Debütroman “Durst ist schlimmer als Heimweh” erschien 2007 im Piper Verlag, 2010 folgte “Ich habe Freunde mitgebracht”  bei Rowohlt. Ihr dritten Roman “Takeshis Haut”, der im Herbst 2014 im Rowohlt Verlag erschien, spielt zu großen Teilen in Japan, wo sie in den Jahren 2011/12 insgeamt fünf Monate lebte.

Sie arbeitet auch als Journalistin für verschiedene Zeitungen und schreibt manchmal Glossen für die TAZ.
Neben dem Schreiben organisiert Lucy Fricke seit 2010 die Literatur- und Musiknacht HAM.LIT, die jährlich in den Hamburger Clubs Uebel&Gefährlich und Terrace Hill stattfindet.  Zudem gehört sie zum Vorstand von KOOK e.V. und ist Mitglied der Jury für den Friedrich-Luft-Preis.
Auszeichnungen
2003 Preisträgerin open mike – Internationaler Wettbewerb für junger deutschsprachige Literatur

 

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Dmitrij Gawrisch, *1982 in Kiew, wuchs ab seinem zwölften Lebensjahr in der Schweiz auf und studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bern. Er schreibt Theaterstücke und Prosa. Dmitrij Gawrisch lebt in Berlin.

Als Theaterautor hat er bereits für Aufsehen gesorgt. Seine Stücke waren am Staatstheater Karlsruhe, Theater Basel und St. Gallen, Burgtheater Wien, Theaterhaus Jena und beim Berliner Stückemarkt zu sehen. Seit Kurzem ist ihm diese Aufmerksamkeit auch als Prosaautor sicher. Als Dmitrij Gawrisch beim open mike 2013, dem internationalen Wettbewerb für junge Literatur, las, überraschte es niemanden, dass er den Saal später als Sieger verließ. Seine Geschichte SCHAUKELSTUHL GANSE EN BRÄUNE ist eine umwerfende Sprachreflexion, bei der Worte seziert und neu erfunden werden, stimmig bis ins Detail und mit irrer Komik. Dmitrij Gawrisch ist eine einzige Überraschung. Nach diversen Theaterprojekten arbeitet er wieder an seinem ersten Roman DER KRANICH IM SCHNEE. Daraus wird er einen Auszug lesen.

Veröffentlichungen
SCHAUKELSTUHL GANSE EN BRÄUNE,  in: 21. open mike-Anthologie, Allitera Verlag

Auszeichnungen
2014 Stadtschreiber der Stadt Jena
2013 Preisträger open mike – Internationaler Wettbewerb für junger deutschsprachige Literatur
2013 Preisträger Autorenwettbewerb der Theater St. Gallen und Konstanz

 

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Heike Geißler, *1977 in Riesa. Sie wuchs dort und in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz auf. Während ihres Studiums der Literaturwissenschaft und Philosophie lebte sie in Dresden, München und Halle an der Saale. Jetzt lebt sie mit ihrem Partner und zwei Söhnen in Leipzig.

Dass die wenigsten Schriftsteller vom Schreiben leben können, ist ein offenes Geheimnis. Darüber gesprochen wird dennoch kaum. Heike Geißler hat aus ihren Erfahrungen als Aushilfskraft bei amazon jetzt etwas Beeindruckendes geschafften. Ein aufmerksamer, im besten Sinne widerspenstiger Text zwischen Essay, Reportage, Roman. Literatur und Wirklichkeit finden selten so gekonnt zueinander. Der Freitag nannte das Buch eine »brillante Studie über einen Megakonzern.« Und im Börsenblatt heißt es: »Mit ihrem Text SAISONARBEIT, einem radikal subjektiven und doch hoch politischen Erfahrungsbericht über ihre Zeit bei amazon, hat die Leipziger Autorin Heike Geißler womöglich das Buch der Stunde geschrieben.«

Veröffentlichungen
SAISONARBEIT, Spector Books, Leipzig, 2014
EMMA UND PFERD BEERE, Kinderbuch, Lubok Verlag, Leipzig, 2009
NICHTS, WAS TRAGISCH WÄRE, Roman, Deutsche Verlagsanstalt, München, 2007
ROSA, Roman, Deutsche Verlagsanstalt, München 2002

Auszeichnungen (Auswahl)
2008 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
2007 Stipendium des DAAD in Archangelsk, Russland
2006 Projektstipendium im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop
2004 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
2003 Förderungspreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
2003 Aufenthaltsstipendium im LCB
2001 Alfred-Döblin-Förderpreis

 

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Verena Güntner, *1978 in Ulm, studierte Schauspiel an der Universität Mozarteum in Salzburg. Vier Jahre lang war sie festes Ensemblemitglied am Bremer Theater und als freischaffende Schauspielerin regelmäßig auf den Bühnen des Staatstheaters Wiesbaden und des Theaters Bonn zu sehen. Sie lebt in Berlin.

Luis ist sechzehn und verdient ein bisschen was dazu mit Fickwetten. Er ist einer, der immer stärker werden will, er ist sein eigener Trainer. »Ich und meine Mannschaft müssen besser werden.«, sagt er zu sich selbst. Klug, rasant und komisch schreibt Verena Güntner scheinbar direkt aus dieser Pubertät heraus. So überzeugend, das man es kaum fassen kann.
In der Welt war zu lesen, dass Güntner es schaffe »durch eine extreme Kunstsprache, die an Poesie grenzt, den Eindruck einer unmittelbaren Wirklichkeit zu erzeugen.« Und Neon sagt es geradeheraus: »Ein schneller, harter, authentischer Debütroman.«

Veröffentlichungen
ES BRINGEN, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2014

Auszeichnungen
2013 Kelag-Preis bei den Tagen deutschsprachiger Literatur in Klagenfurt

 

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Karen Köhler, *1974 in Hamburg. Sie studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Bern. Seit 2008 lebt sie wieder in Hamburg, wo sie als Autorin und Illustratorin arbeitet.

So ist in der deutschsprachigen Literatur lang niemand mehr durchgestartet. Allerorten wird Karen Köhler für ihren Erzählungsband gefeiert. Geschichten die ganz unterschiedlich und dabei doch unverwechselbar sind. Köhler spielt mit Formen und Formaten, jede Geschichte könnte ein ganzer Roman sein. Eine großzügige Erzählerin ist sie, und eine, die vor keinem Abgrund halt macht.
«Karen Köhler ist die Entdeckung dieser Saison: Die Schauspielerin hat mit Ihrem Erzähldebüt ‘Wir haben Raketen geangelt’ viel gewagt und fast alles gewonnen. … Was dieses Debüt besitzt und was es so sympathisch macht, das sind vor allem zwei Eigenschaften: echtes Temperament und künstlerische Autonomie. … Reden wir nicht darum herum: Da ist Meisterschaft am Werk.» Die Zeit

VERÖFFENTLICHUNGEN
WIR HABEN RAKETEN GEANGELT, Erzählungen, Hanser Verlag, München, 2014

AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)
2013 Otfried Preußler Kinderstückepreis
2011 Hamburger Literaturförderpreis

 

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Thomas Melle, *1975 in Bonn, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin/ Texas und Berlin. Er ist Autor vielgespielter Theaterstücke und übersetzte u. a. William T. Vollmanns Roman «Huren für Gloria». Sein Roman 3000 EURO stand  auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Thomas Melle drückt sich nicht davor, düster zu sein, ehrlich, radikal. Nichts wird beschönigt, nichts verkitscht. Wenn einer fällt, rettet ihn niemand. Ein Roman über einen, der aus der Mitte abstürzt, und über die Frage, wie viel 3000 Euro wert sind und wert sein dürfen. Ein Buch wie ein Faustschlag, und wir gehen in die Knie, vor Respekt und Begeisterung.
«Das Großartige an diesem ohnehin brillanten Buch ist allerdings das Verhältnis der Erzählstimme zu ihren Figuren: Thomas Melle schreibt mit kalter Wut; er überträgt gesellschaftliche Zumutungen ins Individuelle.» (Der Tagesspiegel)

Veröffentlichungen
3000 EURO, Rowohlt Berlin, 2014
SICKSTER, Rowohlt Berlin, 2011
RAUMFORDERUNG, Erzählungen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 2007

Auszeichnungen
2014 Shortlist beim Deutschen Buchpreis mit 3000 Euro
2011 Franz-Hessel-Preis
2011 Longlist beim Deutschen Buchpreis mit Sickster
2009 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
2008 Förderpreis zum Bremer Literaturpreis

 

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Maruan Paschen, *1984, aufgewachsen in Hamburg. Ausbildung zum Koch, 2009 bis 2013 Studium am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne, anschließend Masterstudium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, und dazwischen war er noch als Deutschlehrer am Goethe-Institut in Tripolis.

Sein Debüt KAI ist ein Roman bestehend aus feinsten Miniaturen. Kunstvoll, messerscharf und meisterhaft in der Auslassung. Es ist ein stilles, eindringliches Buch. Umso mehr überraschen die anderen kurzen Texte von ihm, die lauter sind, noch ein bisschen böser und ziemlich komisch. Taucht einer wie Paschen auf, spricht man gern von einer Entdeckung oder einem Talent. Das stimmt natürlich, aber er ist längst schon da und wir sind uns sicher: Der geht auch nicht mehr weg. Von Maruan Paschen werden wir noch viel hören und lesen, jede Wette.

Veröffentlichungen
KAI. EINE INTERNATSGESCHICHTE, Matthes & Seitz, Berlin 2014

Auszeichnungen
2012 Preis der Literaturzeitschrift entwürfe.
2011 Exil Literaturpreis Schreiben zwischen den Kulturen der Stadt Wien.

 

aus gesundheitlichen Gründen konnte die Lesung von Alexander Posch nicht stattfinden. Statt dessen las Lucy Fricke.

Alexander Posch, *1968 in Hamburg. Nach Reisen durch Australien und die GUS war er Ural-Motorräder-Importeur, Room-Service-Kraft eines 4-Sterne-Hotels und Geschichtsstudent. Als Autor, Literaturveranstalter des legendären Hamburger Machtclubs und Moderator lebt der Hausmann und dreifache Vater in Hamburg.

Die schreibende Hausfrau ist ein Klischee, der schreibende Hausmann ist eine Sensation. Hochkomisch wird der ganz normale, haarsträubende Alltag eines dreifachen Vaters erzählt, dabei so liebevoll, dass man immer wieder das Buch umarmen möchte, wenn gerade kein Kind zur Hand ist oder kein Alexander Posch. Zum Glück ist er bei uns mit seinem Debüt SIE NENNEN ES NICHTSTUN.
«Ein kleines Buch der großen Desillusionierung, eine matt schimmernde Ästhetik des Scheiterns: Posch gelingt mit seinem Roman das literarisch anspruchsvolle Vorhaben, in vielschichtigen und metaphorischen Beschreibungen vom Vater- und Mannsein an der Schwelle zum Nervenzusammenbruch zu erzählen.» (spiegel online)

Veröffentlichungen
SIE NENNEN ES NICHTSTUN
, Roman, Langen Müller, München, 2014

 

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Linus Westheuser, *1989 in Berlin, ist Mitglied und Mitgründer des Berliner Lyrikkollektivs G13. Er ist Koautor des Kollektivgedichts DAS WAR ABSICHT und war für seine gemeinsam mit Tristan Marquardt verfassten Texte Finalist des 20. Open Mike. Linus Westheuser lebt in Berlin und studiert Soziologie.

Eine Rezension über sein Debütband OH SCHWERKRAFT trug den Titel «Poesie als Schleudersitz». Genauso erging es uns beim Lesen und Hören seiner Texte. Wie wurden katapultiert in eine Welt, in der jede Zeile eine Überraschung ist und ein Aufsteigen.
In einem Interview sagte Linus Westheuer: «So ist sie (die Lyrik): Ein Paradies von Eigensinn und Versponnenheit, Verzettelung und einer Sehnsucht nach komischen Gesten.» Treffender lassen sich seine Gedichte nicht beschreiben.

Veröffentlichungen
OH SCHWERKRAFT, Gedichte, KOOKbooks, Berlin, 2014
DAS WAR ABSICHT, Mitautor, SuKuLTuR, Berlin, 2013
und in verschiedenen Literaturmagazinen, darunter: BELLA triste, Belletristik, poet, Maintenant Journal for Contemporary Dada Poetry and Art.

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