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Anlässlich des Literaturfests Niedersachsen 2013 haben sich zwölf junge Autorinnen und Autoren mit dem Thema „Freundschaft“ auseinandergesetzt. Besonderer Fokus lag dabei auf dem Aspekt der „Freundschaftspflege“, d. h. den Fragen, wie heutzutage Freundschaften gepflegt werden (sei es über E-Mail, Facebook, Skype etc.) und welcher Anstrengungen es bedarf, um Freundschaften ein Leben lang aktiv zu halten. Herausgekommen sind dabei sehr unterschiedliche Gedichte und Erzählungen, Hörerlebnisse sowie vielfältige literarische Perspektiven und Stimmen, die in der Publikation „Ob Wachtel oder Hahn – jeder braucht immer irgendwas“ (Edition Pæchterhaus, Hildesheim 2013) erschienen sind.
„Freundschaft“ wird in den darin versammelten Texten insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungswelten einer jungen Generation beschrieben, was die literarischen Ansätze ungleich authentischer wirken lässt. Den Autorinnen und Autoren gelingt es, die Thematik vielfältig, aber dennoch genau und individuell aufzugreifen und zu bearbeiten. Die Verschiedenartigkeit ihrer Herangehensweisen mag keine festlegenden Aussagen zulassen, doch genau diese Uneindeutigkeit ist wahrlich trefflich und nichts Geringeres als ein Glücksfall für das, was man Literatur nennt.

Denn gerade diese Vielfalt bzw. das Zusammenspiel der unterschiedlichen Betrachtungsweisen führen dazu, dass die zugrundeliegende Thematik greifbar wird. „Jeder braucht immer irgendwas“ von Felix Tota, Emily Grunert, Urs Humpenöder, Andreas Thamm und Moira Frank spiegelt bspw. genau jene Situation wider, die wir durch die neuen Medien beobachten können: Verschiedene Figuren, die sich kennen oder auch nicht kennen, umkreisen erzählerisch ihre mal deutliche, mal undeutliche Verbindung – wie auch in sozialen Medien Netzwerke und Bekanntschaften aufgebaut werden, sich „Knoten“ und Verbindungen ergeben, man jemanden (besser) kennen könnte oder zumindest kennenlernen könnte, wenn man denn wüsste über wen. „Jeder braucht immer irgendwas“ impliziert diese Situation: Dass die Figuren überhaupt etwas zusammen erzählen können, ist einer Verbindung im (Freundschafts-)Netzwerk geschuldet, einem gemeinsamen Freund, Ahab Rothmaler.
Litradio präsentiert drei Kapitel der Erzählung.

Moira Frank, geboren 1993 bei Hamburg. Studiert seit 2011 in Hildesheim. Preisträgerin des Treffens junger Autoren 2009 und 2011. Veröffentlichte in Anthologien und Zeitschriften, zuletzt in BELLA triste 34 (Hildesheim 2012) und Das perspektivisch verzerrte blaue Pferd erscheint von hier aus als anatomisch richtiges Pferd (Hildesheim 2013). Schreibt Prosa, spielt Theater und macht Kunst.

Emily Grunert, geboren 1992 in Mainz. Studiert seit 2011 in Hildesheim. Veröffentlichte in Anthologien, zuletzt in Das perspektivisch verzerrte blaue Pferd erscheint von hier aus als anatomisch richtiges Pferd (Hildesheim 2013). Lesungen u. a. im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2013.

Andreas Thamm, geboren 1990 in Bamberg. Studiert seit 2010 in Hildesheim. Veröffentlichte in Anthologien und Zeitschriften, u. a. Wortwuchs, BELLA triste und Trashpool. Schreibt für Lokalzeitungen in Niedersachsen und Oberfranken sowie für das Rezensionsforum literaturkritik.de.

Weitere Informationen zur Publikation findet man auf einem Blog zum Buch, bei Facebook und der Edition Pächterhaus.
Gefördert wurde „Ob Wachtel oder Hahn – jeder braucht immer irgendwas“ von der Friedrich-Weinhagen-Stiftung, dem Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, dem Landschaftsverband Hildesheim e. V., dem Studentenwerk OstNiedersachsen und der VGH-Stiftung, denen der Dank des Herausgebers gilt.

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