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Es sei ein Verbrechen an der Literatur gewesen, schrieb Artaud, sie mit dem Verschwinden des Rhapsodenstreits und der Prozessionslieder in die stille Kammer zu verbannen. Literatur müsse wieder Theater werden, sonst tauge sie nichts. Wenn das stimmt, dann taugen diese beiden umso mehr: Gomringer und Uetz sind als Verfasser komplexer Lyrik, aber eben auch als phänomenale Performer bekannt.

In Wechselrede, laut und leise, lustig, provozierend, lustvoll bringen Nora Gomringer und Christian Uetz eine vielstimmige Performance auf die Bühne.

Nora Gomringer (1980) ist eine Unbequeme. Eine, die laut verspricht, was sie nicht hält und dann etwas anderes sagt oder doch dabei bleibt. Und bei allem Rausch und Sprachwitz klingt immer ein zarter Unterton mit, der kaum hörbar und doch Fundament ist. Zuletzt erschien von ihr: “Nachrichten aus der Luft” bei Voland & Quist.

Den Schweizer Christian Uetz (1963) nannte Michael Braun einmal einen »Mann aus Wörtern und Obsessionen, einen modernen Meister Eckhart der atemlosen Sprach-Exaltation«. Er ist ein Sprachanbeter und Gottsucher, der in jedem Satz die Fähigkeit der Sprache, die Grenzen des Erfahrbaren zu übersteigen, feiert. Zuletzt erschien von ihm der “Roman in sieben Schritten”: “Nur du und ich” im Secession Verlag.

Unter den Stimmen dieser zwei Ekstatiker wird das Literarische Zentrum zum Resonanzkörper, wenn sie mit ihren sprachbesessenen Aufständen im eh schon schrägen Fachwerk sprechend tönen, bis sich die Balken biegen.

In Kooperation mit dem Zentrum für Komparatistik der Georg-August-Universität.

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