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Am 17. März 2013 lasen auf der Leseinsel der jungen Verlage der Buchmesse Leipzig zwei Autoren aus ihren neu im Verlagshaus J. Frank erschienenen Lyrikbänden und sprachen mit Johannes CS Frank.

Ricardo Domeneck // 
Körper: ein Handbuch: "Der Körper als Subjekt der Lust, als Ort der Anatomie, als Instanz der Wahrnehmung von Welt: Geschichte, Alltag, Philosophie, Pop und Poesie, Persönliches und Politisches gehen in Ricardo Domenecks Gedichten eine Synthese ein. Das Ergebnis sind Texte, die sich durch Sprachdichte und Komplexität auszeichnen: Sie sind präzise, semantische wie formale Kompositionen, in denen der Klang, das Hören des Gedichtes, eine entscheidende Rolle spielt.

Körper: Ein Handbuch. ist die Essenz seiner in Brasilien erschienenen Texte, ausgewählt und ins Deutsche übertragen von Odile Kennel."

Jan Kuhlbrodt // Stötzers Lied                                                                            

"Stötzer ist ein Wahrnehmungsspeicher, ein Seismograph. Weil er sich kaum bewegt, muss die Welt zu ihm kommen. Er nimmt das auf, was ihn überrollt: Politik, Ökonomie, Kunst, Geschichte. Stötzer kommentiert aus der Statik heraus die Bewegungen, das Ausklingen des Vergangenen und das Hereinbrechen des neuen Jahrtausends. Und selbst wenn er sich kaum bewegt: Vom Völkerschlachtdenkmal über Passendorf und Sansibar bis zum Saturn hin bewegen sich Stötzers Gedanken.

Stötzers Lied ist ein philosophisch durchdrungener Gedichtband, der mit Humor und Schärfe den komplexen Umgang mit Geschichte thematisiert. Als poetisches Personal treten Marx, Lenin und Hitler neben Chemiearbeitern, Spitzeln und Theo Waigel auf, Utopien und Dystopien begegnen sich in Denkmälern, Bibliotheken, in politischen Systemen." 

Ricardo Domeneck

(© j.frank)

1977 in São Paulo geboren, gehört zu den aufregendsten Stimmen Lateinamerikas, und ist als Repräsentant einer neuen brasilianischen Lyrik, die Lesung und Performance verbindet, Gast an Orten wie dem Museum of Modern Art in Rio de Janeiro und dem Reina Sofia Museum, Madrid. Bei Veranstaltungen las und diskutierte er mit Autoren wie Wole Soyinka, Tomaž Šalamun und Yang Lian.

Er veröffentlichte fünf Gedichtbände, außerdem Rezensionen und Übersetzungen (Hans Arp, HC Artmann, Thomas Brasch, Jack Spicer, Frank O‘Hara, etc.) in brasilianischen Zeitschriften und Zeitungen. Seine Gedichte wurden in Anthologien, u. a. in Deutschland, USA, Belgien, Spanien und Argentinien, übersetzt und publiziert.

Seit 2002 lebt Domeneck in Berlin. Für das Poesiefestival der Literaturwerkstatt Berlin kuratierte er 2012 denVersschmuggel mit brasilianischen Dichtern.

Jan Kuhlbrodt

(© j.frank)

Geboren 1966 in Chemnitz, lebt als Autor und Herausgeber in Leipzig.

Er studierte Ökonomie, Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaften in Leipzig und Frankfurt/Main sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Jan Kuhlbrodt hatte verschiedene Lehraufträge und Gastdozenturen für Literatur und Kreatives Schreiben und war Redakteur bei EDIT und Ostragehege.

Von Kuhlbrodt erschienen mehrere Prosa- und Lyrikbände (u. a. die Romane Schneckenparadies, 2008, und Vor der Schrift, 2010).

Auszeichnungen u.a.: Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen; Autorenförderungsprogramm der Stiftung Niedersachsen.

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