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Sie prägen seit Jahrzehnten die deutsche Dichtung und beeinflussten Generationen von Lyrikern. Die neue Reihe der Literaturwerkstatt Berlin gibt den Klassikern der Gegenwartslyrik das Wort. Sie stellt jene Autoren vor, ohne die die deutschsprachige Lyrik nicht das wäre, was sie heute ist.

Reiner Kunze (*1933 Oelsnitz/Erzgebirge) ist ein Meister in der Kunst des Weglassens, des »Eindickens« der Sprache durch Reduktion. Er selbst redet in diesem Zusammenhang von »Denkgenauigkeit«. Kein anderer deutscher Lyriker kann auf knapp bemessenem Raum so präzise und anschaulich schreiben wie er. »Durch seine waltende Strenge werden seine Gedichte geräumig« (Deutschlandradio Kultur). Reiner Kunze ist 1977 aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt.

»… nie mehr der lüge / den ring küssen müssen«, heißt es dazu in einem seiner Gedichte. Schon früh war er in Opposition zu dem dortigen politischen System geraten. 1959 musste er seine Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig aufgeben. Stattdessen arbeitete er als Hilfsschlosser im Schwermaschinenbau. Sein erster Gedichtband mit ausschließlich eigenen Texten, »Vögel über dem Tau«, erschien im selben Jahr. Die von der Stasi angelegte Akte über ihn trug später den Decknamen »Lyrik«. Kunzes Übersiedlung ging der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband voraus. »ausgesperrt aus büchern / ausgesperrt aus zeitungen / ausgesperrt aus sälen«, so fasst er selbst seine damalige Situation zusammen. Reiner Kunze erhielt viele Preise, genannt sei der Büchner-Preis 1977. Zuletzt erschien von ihm: »Was macht die Biene auf dem Meer?«.

In Lesung und Gespräch: Reiner Kunze (Autor, Obernzell-Erlau), Moderation: Christian Eger (Kulturredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, Halle).

Die Sendung der gelesenen Gedichte und die Verwendung des Covers von Reiner Kunzes Band “lindennacht” erfolgt mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlags. (© aller gelesenen Gedichte beim S. Fischer Verlag // für das Cover: Reiner Kunze. lindennacht. Gedichte. © S. Fischer Verlag Frankfurt am Main 2007.).

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