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90 Jahre Rundfunk. Welche Gestalt wird das Radio der Zukunft haben? Und welchen Platz wird die Kunst darin einnehmen? »Was wollen wir überhaupt senden«, fragt Schorsch Kamerun – frei nach Heißenbüttel – in seiner Performance Kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht. Der Rundfunk in seiner demo- kratischen Funktion findet sich wieder in einer Postdemokratie. Das Kulturradio seinerseits als ein von Machern und Entscheidungsträgern gesteuertes Medium sieht sich inmitten einer ungesteuerten Welt des Internets, deren Wesen es ist, sich amorph auszubreiten und interaktiv zu entwickeln. Die Zeitun- gen verlieren ihre Print-Ausgaben, bieten dafür Audio-Apps an, das Fernsehen wandert auf den Tablet-PC, das Web-Radio lädt sich mit visuellen Inhalten auf: die Grenzen verschwimmen.

Wie ist das zusammenzubringen, der Schutz und lebendige Fortbestand einer gewachsenen (Minderheiten-)Kultur und die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Evolution des Rundfunks? Am Ende dieser Entwicklung werden wir unsere alten Medien wohl nicht mehr wiedererkennen und müssen deshalb jetzt dafür sorgen, dass wir uns selbst im Neuen wiedererken- nen und als Subjekte eines neuen kulturellen Gewebes unsere Stimme behalten.

Hörkunst im Rundfunk ist die Möglichkeit, an der Radio- Utopie mitzuarbeiten, ist die Möglichkeit, die Dinge anders zu sagen – und folglich ein Politikum. Wie steht es um die Existenzgrundlagen und die Zukunft des Genres im gegenwärti- gen Umbau dessen, was wir früher einmal ›Radio‹ nannten?

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