Twitter Google+
Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Künstler und Rezipient: Beide machen im Zuge der Medientransformation einen fundamentalen Umbau durch. Die Produzierenden erleben das nicht nur in Form sich verändernder Arbeits- und Beschäftigungsstrukturen. In ihrem künstlerischen Medium selbst erfahren (und erleiden) sie eine permanente Erweiterung ihrer technischen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Das ist eine auch euphorisierende Erfahrung der digitalen Wende: auf einmal so viel zu beherrschen und neue ästhetische Lösungen realisieren zu können, die bis vor kurzem noch als utopisch galten.

Mehrkanaltechnik, mobile Audio-Apps, Gamification und WEB 2.0 vergrößern das Spielfeld der akustischen Kunst sprunghaft und bringen völlig neue Formen hervor. Mit ihnen entstehen andere Erzählweisen. Entstehen auch neue Inhalte? Wie beeinflusst der Medienwandel unsere akustischen Erzählweisen und wie sehen die Stücke von morgen aus? Irritierend ist die Beobachtung, dass technologisch avancierteste Produktionsweisen sich gern ausgerechnet den rohesten Klangformen und dem Authentizisimus verschreiben. ‘Natur’ ist das Motto gegen die Welt des digitalen Scheins. Nie klang die Wirklichkeit wirklicher, nie war die Produktion künstlicher als heute.

Tagesmoderation: Guido Graf unterrichtet Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim, Gründer von Litradio, Moderator und Autor von Feature und Hörspielen. 2012 erschien: Unsere Freiheit ist wahrscheinlich unendlich.

[accordion][acc title=”Andreas Bick, Heiko Martens”]

Zeit für ein Manifest: Die Hörkunst findet im Netz statt, zuerst und für immer! Retweete das an deine Follower! Oder auch: Im Netz wird das Hörspiel eine neue Form annehmen und neue Erzählformen ermöglichen. Vielleicht ist es Zeit für zwei Manifeste. Oder drei. Wir werden sehen …

Ihre Thesen:

1. Die akustischen Erzähler haben keine Antwort auf die digitale Revolution.

2. Das akustische Erzählen ist die Kunstform, die durch das Medium Radio hervorgebracht wurde.

3. Es gehört zum Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, akustische Erzählungen zu produzieren und zu fördern.

4. Das Internet ist kein programmbegleitendes Medium. Es wird zum Medium und der technischen Infrastruktur, über die Radio empfangen wird.

5. Das zeitsouveräne Hören von akustischen Erzählungen kann nur online stattfinden. Akustische Erzählungen gehören ins Internet. On Demand, und für immer.

6. Das Radio wird zur Plattform. Navigation ist wichtiger als Programmplanung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist keine Marke, sondern ein Gütesiegel für Qualitätsinhalte.

7. Akustische Erzählungen werden im Netz zu einem Prozess.

8. Ohne Wurzeln im Netz keine Zukunft für akustische Erzählungen.

Heiko Martens hat Drehbuch und Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen ›Konrad Wolf‹ in Potsdam studiert und arbeitet seit 2008 als Autor für Film, TV und Computerspiele. Seine Hörspielserie Prof. Sigmund Freud wurde 2012 dreifacher Ohrkanus-Gewinner.

Andreas Bick ist Klangkünstler, Hörspiel- und Featureproduzent und Komponist für Film, Fernsehen und Radio. Seine Radiokompositionen wurden mehrfach ausgezeichnet. Die letzte Produktion war das Feature über die Urheberrechtsdebatte: Pasted – Wir sind die Zukunft der Musik.

[/acc][acc title=”Tab 2″]Add Tab 2 content here.[/acc][acc title=”Bernhard Albrecht”]Bernhard Albrecht ist künstlerischer Mitarbeiter im Studiengang Ton der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” (HFF) und zuständig für Forschung und Lehre im Bereich Kinomischung. Davor war er frei und festangestellt tätig im Musikaufnahme- und Filmtonbereich und arbeitete an der TU Ilmenau. In Forschungskooperation mit dem Fraunhofer IDMT, der UMdK Wien und der TU Delft ging es hierbei um die Musikproduktion für die Wiedergabe mit schallfeldsynthetisierenden Beschallungsverfahren (z.B. Wellenfeldsynthese). Das Thema Wellenfeldsynthese ist weiterhin zentrales Thema, an der HFF als Schwerpunkt künstlerischer Forschungsprojekte im Bereich Tongestaltung für Hörspiel und Kino.[/acc][acc title=”Friendly Fire”]

Bei akustischen Wanderungen überlagert sich erzählte Geschichte mit real erlebter: augmented reality – erweiterte Wirklichkeit. Im Rahmen des Leipziger Hörspielsommers haben die Künstler eine Leipziger Wohnsiedlung, den Nibelungenring als Hintergrund genutzt, um Assoziationen, die der deutschesten aller Sagen anhängen, zusammenzuführen und hörbar zu machen.

Friendly Fire, freie Theater- und Performancegruppe (gegründet Ende 2011). Die Kernmitglieder Melanie Albrecht und Michael Wehren realisieren in wechselnden Konstellationen Arbeiten an den Schnittstellen von Text, Performance und Installation. Bisherige Produktionen: u. a. Bildbeschreibung (2012), Invisible Orange (2012), Nibelungen: Ring (2012).

[/acc][/accordion]

 

 

bookmark me