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Seit 2006 wechseln ein junger, neugieriger Dichter in Bern und ein alter, weiser Poet in Tokyo kurze poetische Beobachtungen zum Thema Wasser. «Als Däumling paddle ich gleich mal hinaus auf die Gosse», dichtet Shuntarõ zu Halter hinüber, und findet in dieser Gosse u. a. vorübergleitende Mondsplitter, erloschene Planeten, Trabanten, eine weggeschmissene Mickey Mouse  und ein Mao-Porträt. Halter wechselt flugs die Perspektive: «Ich – die Gosse Ich – ein herunter gekommener Himmel / trage einen staunenden Däumling auf meinen Wellen», raunt er zurück. Und so entspannt sich zwischen den beiden Dichtern ein berührender, überraschender und hochpoetischer Dialog, festgehalten im Kettengedicht «Sprechendes Wasser» (Secession 2012).

Jürg Halter (geb. 1980 in Bern) gilt als einer der eigensinnigsten deutschsprachigen Dichter seiner Generation. Er lebt in Bern und hat bisher zwei Gedichtbände veröffentlicht. Bekannt ist er auch als Rapper und Musiker Kutti MC.

Tanikawa Shuntarõ (geb. 1931 in Tokyo) zählt zu den bedeutendsten und wichtigsten japanischen Dichtern der Gegenwart. Er lebt in Tokyo, hat für seine Publikationen zahlreiche Preise, u. a. den American Book Award, erhalten. Seine Werke wurden bisher in 15 Sprachen übersetzt.

Die Veranstaltung fand am 21.Mai im Literaturhaus Zürich statt.
Es moderierte Herr Eduard Klopfenstein, Prof. em. der Japanologie.

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