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Ungarn in den 50er Jahren. In einer Holzhütte auf einer Baustelle schreibt Béla Hamvas Karneval, ein 1500-seitiges Roman-Epos, das seinen verdoppelten Helden durch die Labyrinthe des 20.Jahrhunderts über fünf Kontinente schickt, in der Begegnung mit Hunderten von Figuren auf der Suche nach sich selbst. Tagsüber versteckt Hamvas die Manuskriptseiten im Bettkasten seiner Hütte, in die er nach dem Krieg wegen “antikommunistischer Aktivitäten” verbannt worden war.

Nach seinem Tod 1968 kursieren Teile davon in Abschriften, bis der Roman 1985 erstmals vollständig erscheint und Hamvas zu einem der meistgelesenen Autoren Ungarns wird.

Verschlungen ist auch die Geschichte der Übersetzungen dieses opus magnung eines Autors, der in Westeuropa noch nahezu unbekannt ist. Seit 2002 arbeiten nun der ungarische Drehbuchautor und Filmemacher Gabor Altorjay und der Theatermusiker und Regisseur Carsten Dane an einer ungewöhnlichen Form der Übersetzung als “digitales Samisdat”. In einem Internet-Subskriptionsverfahren stellen sie ihre Übertragungen kapitelweise ins Netz (www.hamvaskarneval.mediatransform.de) und präsentieren ihre Arbeit an dem “apokalyptischen Schicksalskatalog” in Leseperformances auf der Bühne. “Ich bin die Arche, in der der ganze Zoo auf den Gewässern schwimmt, ich bin das Geschwätz”

Moderation: Ulrike Janssen

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