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Ein wenig Leben

Der zweite Roman von Hanya Yanagihara Ein wenig Leben spielt in New York und setzt uns ab mitten in der Lispenard Street und der engen Freundschaft vierer Männer, die sich auf dem College kennengelernt haben und nach New York gekommen sind, um zu etwas zu werden. Bildung ist dabei alles. Bildung braucht jeder, der ein big life führen will. Ein Leben, das glücklich sein muss, ist eine Brutalität, die sich in die Körper von Yanagiharas Figuren schneidet. Körper, die sie sich nicht scheut zu beschreiben. Wer das amerikanische Ideal nicht erreicht, schlägt als Mensch fehl. „Eine Tyrannei des Glücks“ nennt Yanagihara das.

Im Gespräch mit Thomas Böhm spricht Hanya Yanagihara von den Figuren ihres Romans, ihrer unpraktischen Freundschaft zueinander, dieser täglichen Übung zur Liebe, die das Einzige ist, was sie zu Menschen macht.

Drei Säulen gleichmäßiger Narben

Was bedeutet es, ein großes Leben zu begehren und immer nur ein kleines Leben ein wenig Leben zu finden? Und wo zieht uns Yanagiharas Buch da hinein? Am liebsten unter die brodelnde Oberfläche. So wünscht sie sich den Leser: Wie einen Hummer im Kochtopf, einen lobster in a pot. Zu Beginn soll das Wasser noch kalt sein, das Buch wird arglos aufgeschlagen, und wenn der Leser dann bemerkt, dass die ersten Blasen aufsteigen, da ist es schon zu spät, da kann er nicht mehr hinaus. Aber: „A reader can take anything.“ Yanagihara traut all das ihren Lesern zu.

Deutsche Lesung von Katja Danowski.

Die Veranstaltung fand am 21.03.2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

 

 

 

 

Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben
Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
© 2017 Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag München

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