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Skizze zu einem nationalen Lehrgedicht

filips 01 e1378377426542 Skizze zu einem nationalen Lehrgedicht
© Christian Filips

Wald. Bach. Mauer. Schuld. Rhein. Reinheit. Autobahn. Fahrkontrolle. Pusten, bitte! Den Dichtern aber allezeitfreie Fahrt, dann Schlenker: Die Mordsgemüter mit Motivdes Schrebergartens grüne Zonen mähen. Die gelben Zonen werden neu besät. Da hat ja wohl der Hasso hingepinkelt. Elektrozaun! Elektrozaun! empfiehlt ein Nachbar, nah mit mir verwandt, der um seinen Teich, gedemütigtes Wasser, Installationen spannt, weil Katzen, Reiher oder fremde Kinderschnappten, haschten nach den Kois. Andere Anwohner meiden indes schon lange diese Diskussion. Sie nehmen lieber den Zebrastreifen zur Eckkneipe. Auch die Zwerge, nebenbei, die sonst schweigend stehn, laufen nunmehr los bei Rot. Kippen alle Fusel, der das Denkeneindeutscht, heftig eindeutscht. Jetzt kann man den Ersten reihern sehn. Karpfenlaich und Tresenleich. Deutsch – die Sprache der Ideen.*

*Eine Initiative des Auswärtigen Amtes, 2010.

Aus: Heiße Fusionen. Gesänge von der Krisis.
Roughbook 005, Holderbank / Juni 2010

Christian Filips, geb. 1981 bei Worms, Studium der Philosophie und Germanistik in Wien und Berlin, 2001 Publikation des ersten Gedichtbands, Rimbaud-Preis des Österreichischen Rundfunks, seit 2005 dichterische Übersetzungen aus dem Englischen, Niederländischen, Italienischen (Louis Dudek, Paul Bogaert, Pier Paolo Pasolini), Sänger und Moderator, Programm- und Archivleiter der Sing-Akademie zu Berlin.

Veröffentlichungen (zuletzt): Heisse Fusionen. Gesänge von der Krise (roughbooks 2010); Dunckler Enthusiasmo, Friulanische Gedichte von Pier Paolo Pasolini, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Christian Filips (Urs Engeler Editor 2009).

RTEmagicC roughi 01.jpg Skizze zu einem nationalen Lehrgedichtroughradio by roughbooks (der neue Verlag von Urs Engeler) zu Gast bei litradio

© Christian Filips 2010

präsentiert von
Guido Graf
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Kultur, Medien und Gesellschaft

Der Literarische Salon ist ein Forum für Kultur Medien und Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover und verbindet Kultur, Wissenschaft und Technik.
Der Literarische Salon bietet als Schnittstelle zwischen Universität und Außenwelt allen Interessierten die Gelegenheit, das Kulturgeschehen als einfallsreiche und lebendige Gesprächskultur wahrzunehmen. Im 14. OG des ehemaligen Conti-Gebäudes werden Personen und Themen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Medien, Theater, Film und Kunst vorgestellt – in ungezwungener Atmosphäre, durch Lesungen, Vorträge, moderierte Gespräche und nicht zuletzt durch den Austausch zwischen Gästen und Publikum.

Der Salon wird seit April 1999 von verschiedenen öffentlichen Institutionen und Stiftungen sowie privaten Förderern unterstützt. Seitdem finden die Veranstaltungen des Salons unabhängig von den Semesterzeiten statt.

www.literarischer-salon.uni-hannover.de

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