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bewegte landschaft

Nico Bleutge, © bsdphoto

bewegte landschaft.

heute sind es die wolken, die
eine sichtlinie ziehen, quer über den himmel
auf dem vordach, glänzend, wartet die krähe
kurz vor dem flug ins gebüsch
drehen die spatzen noch einmal ab, jagen weit
in die senke zwischen den hügeln
über die bunker hinweg, die sich ausstrecken
mürbe baracken aus blech mit kontaktstreifen
in nato-bemalung; sonst nur der wind
auf den pfützen, die küste zwei stunden entfernt

Aus: Nico Bleutge fallstreifen. Gedichte. C.H. Beck, München 2008

Nico Bleutge liest und führt ein Gespräch mit Thomas Lehmkuhl. Ursula Haeusgen führt in die Veranstaltung ein.

Nico Bleutge

geb. 1972 in München, studierte 1993-98 Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie in Tübingen und arbeitet an einer Dissertation über Robert Musil. 2006 debütierte er mit dem Band klare konturen, 2008 erschien sein zweiter Gedichtband fallstreifen. Seit 2001 arbeitet er als freier Literaturkritiker unter anderem für die SZ, die NZZ, den Tagesspiegel und die Stuttgarter Zeitung. Er lebt in Berlin.
Auszeichnungen: open mike der literaturWERKstatt Berlin (2001); W.-Weyrauch-Förderpreis (2003); H.-Lenz-Stipendium (2006); A.Seghers-Preis (2006); Kranichsteiner Literatur-Förderpreis (2006); Literaturpreis des Liechtensteinischen PEN (2006). Im Nov. 2008 wurden Bleutges fallstreifen zum Buch des Monats gewählt.

„[Bleutge] hat ein großes Wörterbuch. […] Aber die Intensität, mit der hier Lebensmomente […] nachgezeichnet werden, kommt nicht aus dem Wortschatz, schon gar nicht aus dem Einzelwort. Sie kommt aus der unaufdringlichen Rhythmisierung, aus verschatteten Jamben, aus taktvoll im Hintergrund bleibenden, wechselnden Metren, gelegentlich auch aus sparsam verwendeten Reimen.“ (L. Müller, SZ)

Tobias Lehmkuhl, geb. 1976, wuchs in Bissendorf bei Osnabrück auf. Er studierte Literaturwissenschaft und Romanistik in Bonn, Barcelona und Berlin. Dort arbeitet er seit 2002 als freier Journalist, schreibt Radio-Features, Reportagen, Essays und Kritiken, letztere vor allem für die SZ. In Zusammenarbeit mit dem Lyrik-Kabinett München und dem Verlag C. H. Beck.

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präsentiert von
Guido Graf
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Kultur, Medien und Gesellschaft

Der Literarische Salon ist ein Forum für Kultur Medien und Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover und verbindet Kultur, Wissenschaft und Technik.
Der Literarische Salon bietet als Schnittstelle zwischen Universität und Außenwelt allen Interessierten die Gelegenheit, das Kulturgeschehen als einfallsreiche und lebendige Gesprächskultur wahrzunehmen. Im 14. OG des ehemaligen Conti-Gebäudes werden Personen und Themen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Medien, Theater, Film und Kunst vorgestellt – in ungezwungener Atmosphäre, durch Lesungen, Vorträge, moderierte Gespräche und nicht zuletzt durch den Austausch zwischen Gästen und Publikum.

Der Salon wird seit April 1999 von verschiedenen öffentlichen Institutionen und Stiftungen sowie privaten Förderern unterstützt. Seitdem finden die Veranstaltungen des Salons unabhängig von den Semesterzeiten statt.

www.literarischer-salon.uni-hannover.de

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