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»Krämertische, progressiv & Politik« – Poesiefestival

CC BY-SA 3.0, Link

Poesiefestival 2016

»Ich finde Inhalte manchmal enttäuschend«, formuliert Judith zur Veranstaltung »e.poesie – El Congo Allen & Friends«, während sich das litradio-Rudel vor dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin positioniert hat. Im Hintergrund läuft gerade das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft, dem kulturellen Großevent dieser Tage. Doch El Congo Allen ist kein neuer Shootingstar der Sportszene, sondern Veranstalter einer lyrischen Jamsession auf dem x

Drei Tage lang begleitet die journalistisch unerschrockene Redaktion das Treiben in der Akademie der Künste, taucht ein in die mediale Bandbreite der gesprochenen und geschriebenen Poesie, lässt sich von Bildern beflimmern und debattiert über die Zukunft: Ist Twitter = Lyrik? Ist ein verfilmtes Gedicht gefällig im negativem Sinne? Warum sind selbst die Nachwuchslyriker*innen so immanent politisch?

Erkenntnisse im Stundentakt und Liebeserklärungen zum Veranstaltungsgebäude erscheinen zwischen den Reflexionen, wenn die BERLINER POETEN dem Festival auf den Zahn fühlen. Dabei stolpern wir über Max Herre oder Übersetzungsschwierigkeiten.

Vieles ist neu, aber nicht alles ist aufregend.

Die Beobachter*innen Caro Büscher, Judith Martin, Luca Lienemann, Mareike Köhler und Magnus Rust spitzen die Ohren und Kulis. Wir machen uns dem »VERSschmuggel« schuldig, erkunden das »Lyrische Territorium Litauen« oder springen in den Buchpool des Lyrikmarkts und der Berlin Art Book Fair. Den Rotwein in der Akademie der Künste können wir uns zwar nicht leisten, aber Kritik am Betriebsklüngel, am Welthipstertum oder der ökonomischen Networking-Mentalität kostet nix.

Nachdem wir Interviewpartner zu Gedichten gezwungen haben, schließen wir unsere Reise selbst mit einigen Zeilen ab. Die litradio-Truppe macht sich auf ins große Berlin, um dem Poesiefestival 2016 auf die Finger zu schauen. Wir streifen durch die Akademie der Künste und lassen uns von lyrischen Klangräumen berieseln, immer das Mikrofon im Anschlag, um hautnah unsere Impressionen rund ums Festivalgeschehen zu schildern. Mit von der Partie: Caro, Judith, Luca, Mareike & Magnus

Diesmal dreht es sich um den lyrischen Nachwuchs. Im Wettbewerb „Lyrix“ werden monatlich und jährlich junge Talente in Deutschland gefiltert, die sich in ihrer Poesie mit den aktuellen und ewigen Themen beschäftigen. Am Ende verschlägt es litradio an das Haus der Kulturen der Welt; Fußball-Gesänge erschallen in der Nacht. Mit von der Partie: Caro, Judith, Luca, Mareike & Magnus.

Kontrastprogramm im modernen Gebäudekomplex: Während am letzten Tag beim Lyrikmarkt noch heimelige Geschäftigkeit herrscht, trifft sich ein paar Meter weiter das Welthipsterum bei Misread: Berlin Art Book Fair. Noch einmal wird bewiesen, dass das Poesiefestival ein aufregender Durchschnitt poetischer Potenziale ist. Ein kritisches Resümee ziehen wird trotzdem. »Rotwein ist rot / Weißwein ist grau / wir gehen auf die Straße / und saufen uns blau.« Mit von der Partie: Caro, Judith, Luca, Mareike & Magnus.

Wir diskutieren über die Potenziale von Lyrik und fragen uns, inwiefern verfilmte Lyrik gefällig ist. Poetry Film als Anknüpfungspunkt für die Generation YouTube oder doch nur avantgardistische Spielerei? Was können uns die gezeigten Filme sagen, was hat uns an ihnen begeistert? Mit von der Partie: Caro, Judith, Luca, Mareike & Magnus.

Simon Roloff ist Juniorprofessor am Literaturinstitut Hildesheim. Als er gerade seelenruhig auf dem Poesiefestival herumstreunert, löchern wir ihn mit metaphyischen Fragen. Dabei entpuppt sich Roloff dem Gedicht nicht abgeneigt. Das Interview führte Magnus Rust.

Rolandas Rastauskas (geb. 1954) befasst sich seit Jahrzehnten in Essays und Gedichten mit seinem Heimatland Litauen. »Sometimes poetry dies of this so called beauty« so beschreibt Rastauskas den Zwiespalt, den das Wort »Heimat« verursachen kann. Das Interview führte Judith Martin.

 

Während die Fußball-Europameisterschaft eröffnet wird, setzten sich Caro, Judith, Luca, Mareike und Magnus in den Schatten des HKW, um ihre Eindrücke zu »e.poesie – El Congo Allen & Friends« zu sortieren, einer Veranstaltung im Rahmen des Berliner Poesiefestivals. Dabei geht es nicht nur um Inhalt, Form und Inszenierung, sondern auch ein bisschen um die Lyrik der Zukunft.

Im Gespräch: Caro, Judith, Luca, Mareike & Magnus
#teamlyrik

Die Performer*innen der Veranstaltung im Überblick:
Kelvin Sholar (USA) & Jessie Kleemann (GRL)
Ryo Fujimoto (JAP) & Julián Herbert (MEX)
El Congo Allen (CUB) & Jimi Tenor (FIN)

Das Poesiefestival Berlin fand vom 03. Juni bis zum 11. Juni 2016 in der Akademie der Künste im Hanseatenweg statt.

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