15 Autoren und Autorinnen. 3 Bands. Eine lange Nacht. Am 2. Februar fand im Uebel & Gefährlich in Hamburg wieder die Ham.Lit statt. Die lange Nacht der Literatur. Litradio war dabei und hat die Lesungen aufgezeichnet.

Alina Herbing

Alina Herbing, *1984 in Lübeck, aufgewachsen in Mecklenburg-Vorpommern, lebt heute in Berlin. Sie studierte Germanistik und Geschichte in Greifswald, sowie Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben in Hildesheim und war Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste.

In so einer erbarmunglosen, stillen Härte war von der norddeutschen Provinz selten zu lesen.
Alina Herbing zeichnet eine unromantische Milieustudie über das Landleben und eine g­escheiterte Wende-Generation. Wie beiläufig erzählt sie dabei von Gewalt, Alkohol und Rechts­radikalismus und wie eine junge Frau droht, dazwischen zerrieben zu werden. NIEMAND IST BEI DEN KÄLBERN ist ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West und über die Sehnsucht, all dem zu entkommen.

Andreas Stichmann

Andreas Stichmann, *1983 in Bonn, lebt in Berlin. Arbeitete längere Zeit in einer selbstverwalteten Dorfgemeinschaft in Südafrika und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Zum zweiten Mal präsentieren wir Andreas Stichmann und das aus dem allerbesten Grund: Sein neuer Roman erscheint im Februar und er ist umwerfend! Schräg, durchgeknallt und wild. Andreas Stichmann hat sich etwas sehr Seltenes bewahrt: Er glaubt, fast uneinge­schränkt, an das Gute. Und dafür braucht es Verlierer und Verlorene, und wenn die Zeiten besonders düster sind, braucht es dafür auch eine Entführung mitsamt erpresster Millionen. Wenn man Stichmann liest, wird alles gut und alles anders!

Anja Kampmann

Anja Kampmann, *1983 in Hamburg geboren. Sie studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lebt in Leipzig

Anja Kampmann hat sich Zeit gelassen. Seit zehn Jahren begegnet man ihr und ihren Texten immer wieder, in Magazinen, Anthologien und auf Festivals. Jetzt ist endlich ihr Debüt erschienen und es zeugt von beeindruckender Reife und Souveränität. Gedichte, die sich beim Lesen und Hören bescheiden und doch dringlich festsetzen, sich im Kopf weiterdrehen und nachhallen.

Emma Braslavsky

Emma Braslavsky, *1971 in Erfurt, ist seit 1999 als freie Autorin und Kuratorin tätig. Sie lebt in Berlin.

Diese Geschichte ist wahr. So steht es auf der ersten Seite. Diese Geschichte spielt außerdem in der nahen Zukunft und es ist Emma Braslavsky zuzutrauen, dass sie diese schon gesehen hat. Dieser Autorin ist nämlich alles zuzutrauen. Die Menschen kämpfen verbissen um das letzte Paradies und gegen den Fleischkonsum, sie können aus einem einzigen Haar reproduziert werden und sich nicht lieben. Dieses Buch ist nicht zu fassen, es ist komisch, absurd, hochintelligent und hellsichtig. Unsere Zukunft ist der Wahnsinn und hat längst begonnen.

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner, *1980 in Rum, Tirol, Studium der Germanistik und Politikwissenschaft. Sie arbeitet als freie Lektorin und Journalistin in Tirol.

Alles an diesem erzählten Leben kommt einem bekannt vor, und doch hat man es mit solcher Klarheit bisher weder sehen noch denken können. Friederike Gösweiner seziert das Leben von Hanna, die nach Berlin zieht, um Journalistin zu werden. Die angebliche Freiheit entpuppt sich als ein Fall in die Tiefe, jenseits aller Sicherheiten, geprägt von Einsamkeit und Existenzangst. Nie wird der Roman selbstmitleidig, larmoyant oder ironisch, sondern immer erkennend. Eine Bestandsaufnahme, die mit ihrer Ehrlichkeit und Unerbittlichkeit erschüttert.

Hendrik Otremba

Hendrik Otremba,*1984 im Ruhrgebiet, lebt in Berlin. Er ist Dozent, Autor, Journalist und Lektor, bildender Künstler und Sänger der Gruppe Messer.

Das Überraschende ist nicht, dass Hendrik Otremba, der Sänger der Band Messer, sein erstes Buch geschrieben hat. Das wirklich Überraschende ist, was das für ein unfassbares Buch ist! Eine Detektivgeschichte, ein Krimi-Noir, ein Science-Fiction-Roman. Joseph Weynberg kämpft sich durch einen Sumpf von Drogen, Großstadt, Verbrechen und durch seine eigene delierende Erinnerung.

Jochen Schmidt

Jochen Schmidt, *1970 in Ost-Berlin, studierte dort Informatik, Germanistik und Romanistik. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und war Mitbegründer der Berliner Lesebühne Chaussee der Enthusiasten. Er lebt in Berlin.

Jochen Schmidt tut es wieder und wieder: Er schreibt jene Bücher, die vor Komik und Wärme nur so strotzen, die immer anders sind und doch immer Schmidt.
In seinem neusten Roman ZUCKERSAND, der im Februar erscheint und den Line Hoven illustriert hat, entdeckt ein Vater gemeinsam mit seinem Sohn die Welt der Dinge neu. Beobachtungen und Reflexionen vermischen sich mit eigenen Kindheitserinnerungen, alles beginnt zu glänzen, alles wird Wunder. Wenn nur die Mutter nicht wäre.

Maren Karmes

Maren Kames, *1984 in Überlingen am Bodensee, studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft, danach am Institut für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie war Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste und lebt in Berlin.

Das Lyrikdebüt HALB TAUBE HALB PFAU ist eine einzigartige Komposition. Ein meisterhaftes, hochkonzentriertes Spiel mit Worten, Gedanken und Klängen. Nichts steht hier für sich, alles ist verbunden. Maren Kames hat eine ungeheure Sprachmacht entwickelt, voller Humor und mit Sätzen, die man an jeden Zug sprühen möchte. QR-Codes im Buch verlinken zudem zu einer Audioebene, womit das Buch endgültig seine ganz eigene Dimension erschafft. In dieser Welt gerät man ins Taumeln und Schwimmen.

Margarete Stokowski

Margarete Stokowski, *1986 in Polen, lebt seit 1988 in Berlin und studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität.

Von 2012 bis 2015 war sie taz-Kolumnistin, danach startete ihre wöchentliche Kolumne «Oben und unten» bei Spiegel Online, im Herbst erschien ihr erstes Buch.

UNTENRUM FREI sind sieben Kapitel, in sich geschlossene Essays, die eine Geschichte ergeben: Kindheitsmuster, Schönheit, Arbeit am Körper, Sex (guter und nicht so guter), sexualisierte Gewalt, Feminismus und Anarchismus, Sprache, Sex und Liebe.

Paula Fürstenberg

Paula Fürstenberg, *1987, wuchs in Potsdam auf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich studierte sie von 2008 bis 2011 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Sie lebt in Berlin.

Zwei Jahre vor der Wende wird Johanna geboren, kurz vor dem Fall der Mauer verschwindet ihr Vater, um im Westen als Musiker durchzustarten und ihr außer Postkarten nichts zu hinterlassen. Das Wiedersehen Jahrzehnte später ist gleichsam ein Abschied. Der Vater ist zu krank, um noch sprechen zu können und Johanna beginnt aus fremden Erzählungen und Versatzstücken ein Leben bauen, das zur eigenen Erinnerung taugt. Tragisch-komisch erzählt Paula Fürstenberg in ihrem Debütroman von einer Vatersuche, von blinden Flecken, biografisch­en Brüchen, einer vergangen, aber nicht verschwundenen DDR und der Notwendigkeit, eine Geschichte zu haben, in der man sich einrichten kann.

Philipp Winkler

Philipp Winkler, *1986, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Er lebt in Leipzig.

Lange hat es kein Debüt mehr gegeben, das für ein derartiges Aufsehen sorgte. Ein knallharter Roman über die Hooligan-Szene. Brutal, verzweifelt und in einem rasenden Tempo erzählt Philipp Winkler die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans.

Senthuran Varathrajah

Senthuran Varatharajah, *1984 in Jaffna auf Sri Lanka, studierte Philosophie, Theologie und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. Er lebt in Berlin.

Mit diesem Debüt hat sich Senthuran Varatharajah fest in die deutschsprachige Literatur eingeschrieben. Zwei Fremde beginnen durch Zufall ein Gespräch auf Facebook. Was sich daraus entwickelt ist nah, aufrichtig und meisterhaft geschrieben. Sieben Tage lang erzählen sie sich von ihrem Leben, ohne sich zu begegnen. Ihre Nachrichten handeln von ihren Fa­milien und ihrer Flucht aus Bürgerkriegsgebieten, von ihrer Kindheit im Asylbewerberheim und ihrer Schul- und Studienzeit. Hochreflektiert schreibt Senthuran Varatharajah über Herkunft und Ankunft, über Erinnern und Vergessen und über die Brüche in Biographien, die erst nach einiger Zeit sichtbar werden.

Stefan Beuse

Stefan Beuse, *1967 in Münster, lebt in Hamburg. Er arbeitete als Texter, Fotograf und Journalist. Seine Romane KOMETEN und MEERES STILLE wurden verfilmt und international ausgezeichnet.

Mit seinem BUCH DER WUNDER, das in diesem Frühjahr erscheint, übertrifft sich Stefan Beuse erneut. Er verwandelt die Welt in einen magischen Ort, in dem die Grenzen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem durchlässig werden. Zwei Geschwister, die gegensätzlicher nicht sein könnten, entdecken gemeinsam, wie sie die Wirklichkeit beeinflussen können, indem sie sich auf eine andere Frequenz einstellen. So lässt sich selbst der Tod überwinden und nichts ist mehr, wie es zu sein scheint. Eine Coming-of-age-Geschichte, die ebenso spannend wie poetisch von der größten aller Sehnsüchte erzählt: der nach uns selbst. Nach diesem Roman ist unser Blick auf die Welt ein anderer, versprochen.

Sven Amtsberg

Sven Amtsberg , *1972 in Hannover, lebt in Hamburg. Er ist Schriftsteller, Gründungsmitglied des literarischen Clubs Macht e.V., Veranstalter und Moderator verschiedener Entertainmentformate. Außerdem betreibt er die Schriftstellerschule Das Autorendock.

Die Hamburger Literaturszene ist ohne diesen Berserker gar nicht vorstellbar.
SUPERBUHEI ist eine Komödie, ein Vorstadtroman, am Ende sogar ein Thriller. Der unverwechselbare lakonische Ton von Amtsberg, sein skurriler Humor, sein »Unernst mit Tiefenwirkung« (Hamburger Abendblatt) machen diesen Roman zu einem einzigen großen, schrägen Spaß. Auf diese Buchpremiere haben wir seit Jahren gewartet!

Thomas Melle

Thomas Melle, *1975 in Bonn, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Er ist Dramatiker, Übersetzer und Schriftsteller und lebt in Berlin.

Das Buch DIE WELT IM RÜCKEN erzählt von der manisch-depressiven Erkrankung des Autors Thomas Melle. Ein autobiografischer Bericht, der Grenzen sprengt, auch in uns selbst.
Er schreibt es als zwischenzeitlich Geheilter und im Schutzanzug des Erzählens, wie er sagt. Aufrichtig, sprachgewaltig, umhauend, komisch, in höchstem Maße sich selbst, die Welt und die Abgründe reflektierend. Einer, der durch sich selbst fällt, durch die Gesellschaft, durch alle vermeintlichen Sicherheiten. So persönlich dieses Buch ist, so existenziell ist die Geschichte über das Fallen, das Aufprallen und Wiederaufbäumen. Ein Buch, das man nicht vergessen wird, ein Buch, das bleibt.

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