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was da auftaucht

Die Reihe der Literaturwerkstatt Berlin gibt den Klassikern der Gegenwartslyrik das Wort. Sie stellt jene Autoren vor, ohne die die deutschsprachige Lyrik nicht das wäre, was sie heute ist.

Doris Runge (*1943 Carlow) ist eine Dichterin der Knappheit. Die Bündigkeit im Ausdruck ist ihr Markenzeichen. Das angewandte Verfahren ist eine poetische Sublimationstrocknung. Das Ausgangsmaterial wird durch das Ausfällen von Füllstoffen veredelt. Das fertige Gedicht ist ein Konzentrat. Große Kunst, kleines Format.

Der Literaturkritiker Jochen Hieber spricht in diesem Zusammenhang von »energischen Abkürzungen in einer weitschweifigen Welt«. Und Klaus Harpprecht entdeckt gerade in Runges wortkarger, »reservierter Kühle« ihr herausragendes Talent: »die Musikalität ihrer Sprache.«

Ein anderes Merkmal von Doris Runges Lyrik ist ihre kunstvolle Vielbezüglichkeit, die ambige Struktur, welche in der ineinandergleitenden Syntax der Gedichte tief angelegt ist. Die konsequente Kleinschreibung und die fehlende Interpunktion versetzen die Texte in einen Schwebezustand. In dieser »gleichzeitigen Deutlichkeit und flirrenden Ungewissheit« (SWR) besteht der ästhetische Mehrwert des Runge-Sounds.

Doris Runge lebt im holsteinischen Cismar, im »Weißen Haus«, in unmittelbarer Nähe eines ehemaligen Benediktinerklosters. Ihr erster Gedichtband »jagdlied«, für den sie mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet wurde, erschien 1985. Ihr aktueller Band »was da auftaucht« stammt aus dem Jahr 2010.

In Lesung und Gespräch: Doris Runge (Autorin, Cismar), Moderation: Nico Bleutge (Autor, Berlin).

Die Sendung der gelesenen Gedichte und die Verwendung des Covers von Doris Runges Band „was da auftaucht“ erfolgt mit freundlicher Genehmigung der  Deutschen Verlags-Anstalt. (© aller gelesenen Gedichte bei der Deutschen Verlags-Anstalt // für das Cover: Doris Runge. was da auftaucht. Gedichte. © Deutsche Verlags-Anstalt München 2010.).

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Der Literarische Salon ist ein Forum für Kultur Medien und Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover und verbindet Kultur, Wissenschaft und Technik.
Der Literarische Salon bietet als Schnittstelle zwischen Universität und Außenwelt allen Interessierten die Gelegenheit, das Kulturgeschehen als einfallsreiche und lebendige Gesprächskultur wahrzunehmen. Im 14. OG des ehemaligen Conti-Gebäudes werden Personen und Themen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Medien, Theater, Film und Kunst vorgestellt – in ungezwungener Atmosphäre, durch Lesungen, Vorträge, moderierte Gespräche und nicht zuletzt durch den Austausch zwischen Gästen und Publikum.

Der Salon wird seit April 1999 von verschiedenen öffentlichen Institutionen und Stiftungen sowie privaten Förderern unterstützt. Seitdem finden die Veranstaltungen des Salons unabhängig von den Semesterzeiten statt.

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