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bin ganz wie aufgesperrt

Ernest Wichner ist ein homme de lettres, ein souveräner Kenner der Dichtung, Dichter, Prosaautor, Essayist, Übersetzer, Begründer des Poesiefestivals in Sibiu / Hermannstadt (Rumänien) und nicht zuletzt: als Chef des Literaturhauses Berlin als Literatur-Vermittler geschätzt. Er ist, kurz gesagt, mit allen literarischen Wassern gewaschen.  An diesem Abend aber steht der Dichter Ernest Wichner im Zentrum, mit seinem neuen Band »bin ganz wie aufgesperrt« (Verlag Das Wunderhorn 2010). Aus ihm wird er lesen und über seine Arbeit mit Nico Bleutge sprechen.

Ernest Wichners Texte bewegen sich durch ein – sein – Leben, durch Landschaften und Jahreszeiten. Freunde, Weggefährten tauchen auf wie der Bausoldat OP (Oskar Pastior), es wird geredet und getrunken und erinnert. Immer wieder aber thematisieren seine Texte die Liebe, die Verbindung zum Anderen. Sie ist zerbrechlich, gefährdet, sie muss gehütet sein. Verrat und Lüge sind ihre Begleiter. »Sie lügt, da sie mich fragt, und schmeichelnd ihr und mir lüg ich zurück«. Es sind Bilder oder kurze Szenen, wie beiläufig wahrgenommen und notiert. Das macht sie verführerisch leicht.

Wichners Sprache stellt das Schreiben wie den Schreibenden in Frage: »bin ganz wie aufgesperrt« heißt: ich bin offen für alles, es heißt aber auch: ich bin schutzlos. Beides macht das Leben und – bei Wichner – das Schreiben aus, bis hin zu aphoristischen Bocksprüngen. Es ist gut, ihm dabei zu folgen.

Ernest Wichner (*1952 Guttenbrunn/Rumänien) gründete mit Kollegen die Aktionsgruppe Banat, einen Literaturzirkel der Banater Schwaben. 1975 übersiedelte er nach Deutschland. Er veröffentlichte 1988 den Gedichtband »Steinsuppe«, 2001 den Band »Alte Bilder. Geschichten« und 2003 den Gedichtband »Rückseite der Gesten«, daneben zahlreiche Ausstellungsbücher, Herausgaben und Übersetzungen aus dem Rumänischen. Er ist eine wichtige Stimme in der rumänisch-deutschen Literaturlandschaft und Mitbegründer der Oskar-Pastior-Stiftung (2008).

In Lesung und Gespräch: Ernest Wichner (Autor und Übersetzer, Berlin), Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin).

bin ganz aufgesperrt“ ist 2010 im Verlag das Wunderhorn erschienen. Die Sendung der gelesenen Gedichte erfolgt mit seiner freundlichen Genehmigung. (Ernest Wichner. bin ganz wie aufgesperrt. © Verlag das Wunderhorn 2010, Heidelberg.)

     bin ganz aufgesperrt

präsentiert von
Guido Graf
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Kultur, Medien und Gesellschaft

Der Literarische Salon ist ein Forum für Kultur Medien und Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover und verbindet Kultur, Wissenschaft und Technik.
Der Literarische Salon bietet als Schnittstelle zwischen Universität und Außenwelt allen Interessierten die Gelegenheit, das Kulturgeschehen als einfallsreiche und lebendige Gesprächskultur wahrzunehmen. Im 14. OG des ehemaligen Conti-Gebäudes werden Personen und Themen aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Medien, Theater, Film und Kunst vorgestellt – in ungezwungener Atmosphäre, durch Lesungen, Vorträge, moderierte Gespräche und nicht zuletzt durch den Austausch zwischen Gästen und Publikum.

Der Salon wird seit April 1999 von verschiedenen öffentlichen Institutionen und Stiftungen sowie privaten Förderern unterstützt. Seitdem finden die Veranstaltungen des Salons unabhängig von den Semesterzeiten statt.

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