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Geistersehen

Marion Poschmann, © Frank Maedler
© Frank Maedler

Marion Poschmann zählt zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik. Nun hat sie einen neuen Gedichtband vorgelegt, über den sie mit Nico Bleutge spricht und aus dem sie lesen wird: Geistersehen (Suhrkamp Verlag 2010).

Ungewisses

Marion Poschmann sieht gewiss keine Geister oder gar Gespenster, aber Ungewisses schon. Zum Beispiel »das Nachbild der Glühbirne  /  auf der schwarzen Wand«. Es sind »Testbilder«, »Störbilder«, »Trugbilder« und »Nachbilder«, die sie dem Leser anbietet, es sind »Spiegelungen«  – nur fixe Bilder sind es nicht. Weil die Welt verschwimmt, wenn man sie fest in den Blick nimmt. Die Ausgangspunkte können ganz alltäglich sein: »ich hatte versehentlich Teflon  /  zerkratzt, mit Metallbesteck«. Wenn die Autorin genau schaut, werden die Kratzer zu  »Umrißlinien prähistorischer Tiere«, die letztendlich im Geschirrtuch verschwinden.

»Marion Poschmann hat der zeitgenössischen Dichtung die Erfahrungsnaivität ausgetrieben. Die artifiziellen Spiegelungen und Vexierbilder ihrer Gedichte entwickeln eine Wahrnehmungskunst, die neue Maßstäbe setzt in der Dichtung des 21. Jahrhunderts.« (Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung).

Marion Poschmann  (*1969 Essen) studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und in Berlin, wo sie heute als freie Autorin lebt. Sie hat drei Prosabände (»Baden bei Gewitter« 2002, »Schwarzweißroman« 2005, »Hundenovelle« 2008) und drei Gedichtbände (»Verschlossene Kammern« 2002, »Grund zu Schafen« 2004 und »Geistersehen« 2010) veröffentlich. Marion Poschmanns Werk wurde vielfach ausgezeichnet. u. a. mit dem Wolfgang Weyrauch Förderpreis beim Literarischen März 2003 und einem Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2004.

In Lesung und Gespräch:

Marion Poschmann Autorin, Berlin; Moderation: Nico Bleutge, Autor und Literaturkritiker, Berlin

„Geistersehen“ ist 2010 im Suhrkamp Verlag erschienen. Die Sendung der gelesenen Gedichte erfolgt mit seiner freundlichen Genehmigung. (Marion Poschmann. Geistersehen. Gedichte. © Suhrkamp Verlag Berlin 2010.)

                                   

präsentiert von
Guido Graf
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Kultur, Medien und Gesellschaft

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