Was sieht man, wenn man lange genug hinschaut? Für Patrick Holzapfel bedeutet Schreiben zunächst einmal beobachten, aufsaugen, Details wahrnehmen, Verschiedene Momente zu zu einer treffenden Wahrnehmung zusammenfügen. In der neuen Folge „How to Write“ ist Patrick Holzapfel zu Gast und hat einen Ausschnitt aus seinem 2024 erschienenen Roman „Hermelin auf Bänken“ mitgebracht. Darin wird die Beobachtung gewissermaßen zum literarischen Verfahren.
„Hermelin auf Bänken“ ist Patricks Debüt. Nach der Begegnung mit einem Sandler im Hermelinmantel entscheidet sich der Protagonist, von nun an sein Leben auf den Bänken Wiens zu verbringen. Zu bankieren. Von den Bänken aus entfalten und überlagern sich Beobachtungen, Erinnerungen und Gedanken. Die Begegnungen auf den Bänken, die Erinnerungen an die verstorbene Mutter.
Im Gespräch mit Paula Valk erzählt Holzapfel von seinem Schreiben: vom unhierarchischen Sehen und der Bilderflucht, von der Arbeit mit den Limitierungen der Sprache, vom Diktat des Ichs und von der Genauigkeit und den Leerstellen in der Beobachtung.
Patrick Holzapfel ist Autor, Kurator und Filmkritiker. Auf dem Blog „Jugend ohne Film“ werden filmkritische und kurze literarische Texte veröffentlicht — zuletzt eine Publikation über die Filme von Nele Wohlatz.


