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LIT.DUETT #1: Deutsche Satire mit Jan Böhmermann und Jean Paul

Im Lit.Duett widmen sich zwei Menschen zwei Themen und versuchen diese medial und sprachlich zu verspinnen. In der ersten Ausgabe geht es um Satire aus deutschsprachigen Landen. Auf der einen Seite Jan Böhmermann (geb. 1981), auf der anderen Jean Paul (geb. 1763).

Deutschland. Land der Dichterinnen und Denkerinnen. Und Satirikerinnen. Um 1800 begeistert der fränkische Satiriker Jean Paul das literarische Deutschland, 200 Jahre später reibt Jan Böhmermann unterhaltsam Salz in gesellschaftliche Wunden. Jean Paul schreibt sich aus prekären Verhältnissen in die Herzen der Oberschicht. Der als Biedermeier verschriene Spätaufklärer mäandert in seinen grotesk aufgeladenen Romanen mit Manie und Manierismus durch die damalige, deutsche Wirklichkeit. Das unendliche Sujet aus Mummenschanz und Camouflage seiner Schriften persifliert Politik und Gesellschaft, indem es karikiert und entstellt. Oft taucht der Autor selbst in seinen Werken auf, was sowohl Selbststilisierung, als auch Ironie bedeuten kann.

200 Jahre später ist die Postmoderne ausgerufen, das Internet krempelt soziale und symbolische Ordnungen um. Aus einem Kölner Fernsehstudie fühlt Jan Böhmermann und das Team der „Bildundtonfabrik“ der Humorwelt des deutschen Staates auf den Zahn. „Das Neo Magazin Royale“ ist eine eklektische Mixtur aus Popkulturreferenzen und Provokation, 85 Prozent Unterhaltung, wie der Entertainer selbst sagt. Aber auch 15 Prozent Genie und Chutzpe.

Polizistensohn Böhmermann ist geschulter Moderator, ob zu Wasser oder zu Land, ob in Funk oder Fernsehen, hält er als Ziehsohn von Harald Schmidt den populär-intellektuellen Eulenspiegel hoch.

Mit der viralen Macht bringt er die großen und kleinen Marotten ans Licht. Er entlarvt Stefan Raab, Rapdeutschland und seine eigenen Zuschauerinnen oder spielt mit dem Varoufakis-Mittelfinger-Fake-Fake den medialen Schalk, der das öffentlich-rechtliche Fernsehen mitsamt der europäischen Politikriege brüskieren kann.

Konzept / Durchführung / Schnitt = Julien Rathje & Magnus Rust
Sprecher = Fabian Riemen

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Der Salon wird seit April 1999 von verschiedenen öffentlichen Institutionen und Stiftungen sowie privaten Förderern unterstützt. Seitdem finden die Veranstaltungen des Salons unabhängig von den Semesterzeiten statt.

www.literarischer-salon.uni-hannover.de

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